Alte Zeichnung Die Kirche zu Triebel

"In Triebel steht die Kirch auf 'm Hübel ..." Seit einiger Zeit sieht man sie wieder gut. Vor Jahren wurde die Ruine gesichert - ein Ringanker auf der Mauerkrone verhindert seit dem, dass die Mauern von oben her schnell weiter verwittern. Allerdings ist diese Sicherung selbst kein Werk für die Ewigkeit. An vielen Stellen sind Arbeiten nötig, um den weiteren Verfall zu bremsen.

Was tun, mit der Ruine? Historischer Wiederaufbau oder "nur" die Ruine sichern, oder ein Dach, das Denkmalschutz und Moderne verbindet?

Ich denke, wenn jede Familie des Dorfes sich einbringt (nicht allein finanziell - wenn die Menschen etwas von ganzem Herzen wollen, findet sich auch die Finanzierung!), dann können wir aus der Ruine einen Ort der Begegnung, ein offenen Platz für das Gebet, eine Stätte für Trauer- und Festgottesdienste, ein Gotteshaus für Triebel entstehen lassen. Ihre Kirche braucht Ihre Hilfe!

Ein großes Dankeschön sei an dieser Stelle allen Mitgliedern des Fördervereins für den Glockenträger gesagt. Im Jahre 2007 (?) beschlossen die Mitglieder die Auflösung des Vereins - das unmittelbare Ziel wurde mit Hilfe vieler erreicht - die Glocke ruft täglich morgens, mittags und abends zum Gebet. Das Guthaben des Vereins wurde der Kirchgemeinde für die ausschließliche Verwendung an der Triebler Kirchruine übergeben. Danke Ihnen, die sie mit Ihrem Engagement wichtiges für das Dorf und die Kirchgemeinde getan haben. Jedes mal, wenn ich die Glocke mit ihrem hellen, fröhlichen Klang läuten höre, freue ich mich und bin dankbar.

KircheInzwischen gibt es einen Förderverein für den Wiederaufbau der Kirche zu Triebel. Er informierte am Samstag, dem 15. November 2008 im Bürgerhaus über seine Pläne. Die Freie Presse Chemnitz - Ausgabe "Oberes Vogtland" berichtete in ihrer Ausgabe vom 17. November 2008 darüber: Kirche soll wieder Mitte von Triebel werden Verein stellt Pläne zum Wiederaufbau des eingestürzten Gotteshauses vor Dokumentation von 1986 hilft - Ziel: Multifunktionales Gebäude Von Ronny Hager Triebel. Das Vogtland soll auf lange Sicht eine seiner eindrucksvollsten Kirchen zurückerhalten, das Dorf Triebel seine geistige Mitte wieder bekommen: Die Pläne dafür hat der Förderverein für den Wiederaufbau der Kirche am Samstag im Triebeler Kultursaal vorgestellt. Der im März gegründete Verein strebt den Wiederaufbau des 1988 nach jahrelangem Verfall eingestürzten Baus an. Dies könne durchaus eine Aufgabe von Jahrzehnten werden, blickte Vereinschef Udo Seeger voraus. Doch es gelte die Devise: "Wir wollen nicht länger zusehen, wie ein Teil der Triebeler Geschichte verfällt." Eine große Hilfe für das ehrgeizige Ziel ist eine Dokumentation über die Kirche, die der Straßberger Architekt Udo Müller ab 1986 im Auftrag des damaligen Rates des Kreises Oelsnitz erstellt hat. Der Diplom-Ingenieur zeigte am Samstag den gut 40 Besuchern die damals entstandenen Dias und Grundrisse und stellte den Wiederaufbau-Plan vor. Er sieht vor, dass die Struktur des wohl bis ins 12. Jahrhundert zurückreichenden Baus erhalten bleibt: Ein gotischer Chor, ein späterer Anbau. Der das Pyramidendach krönende Dachreiter wird nicht wieder so groß wie einst (30 Meter), sondern deutlich kleiner. Seine Last soll auch nicht mehr vom Dach getragen, sondern von den Mauern abgefangen werden. Das Gebäude soll keine reine Kirche, sondern ein Multifunktionsgebäude sein: Neben Gottesdiensten sollen Veranstaltungen, Seminare, Ratssitzungen oder Ausstellungen stattfinden. Die Idee für eine ständige Schau auf der Empore gibt es bereits: Dort könnten die verschwundenen Orte und Bauten im ehemaligen innerdeutschen Grenzgebiet dokumentiert werden. Nach außen hin soll die Kirche dem Dorf ein unverwechselbares Gesicht verleihen. 3500 Arbeitsstunden haben die Mitglieder des Fördervereins dieses Jahr geleistet. Als Starthilfe stellt die Gemeinde Triebel 20.000 Euro zur Verfügung. Inzwischen entstand der lange gewünschte Zufahrtsweg zum Kirchberg. 2009 ist der Wiederaufbau der Sakristei geplant. Nötig für das große Ziel sei vor allem Mut, meinte der für Triebel zuständige Bobenneukirchener Pfarrer Hendrik Pröhl, Vorstandsmitglied des Vereins. Anstatt über die Ruine Gras wachsen zu lassen, sei die Auseinandersetzung mit dem Schicksal des einst markanten Baus sehr wichtig.

AltarAuf die mutmaßlichen Anfänge der Kirche in einer Wehrburg aus frühdeutscher Zeit verwies der Triebeler Chronist Henning Schönekerl in einem Kurzvortrag. Zuvor gaben Schönekerl (Klavier) und Sabine Frank (Violine) zur Einstimmung ein halbstündiges Konzert mit Melodien aus der Operette "Schwarzwaldmädel" von Leon Jessel.

Die Kirche zu Untertriebel entstand 1535 an der Stelle eines älteren Kirchenbaus. 1725-28 wurde der Bau barock umgestaltet. Den Altar fertigte der Hofer Bildhauer Johann Nikolaus Knoll im Jahre 1731.

Die letzte durchgreifende Erneuerung der Kirche geschah 1901. Die Kirche erhielt dabei ihr massives Treppenhaus und wurde innen neu bemalt.

Die "Neue Sächsische Kirchengalerie" von 1913 beziffert die Gesamtkosten dieser Maßnahme auf 20.000 Mk.

Wie von einheimischen berichtet wird, waren in den 60-er Jahren Sanierungsarbeiten durch die Firma Schmidt aus Oelsnitz an Dach und Turm im Gange. Die Gesellen machten Scherze. Pfarrer Meyer, der dies mitbekam ging energisch dagegen vor, was zur Folge hatte, dass die Bauleute ihre 7 Sachen zusammenpackten und nachhause gingen, ohne ihr Werk vollendet zu haben. Es wurde nie wieder etwas an der Bausubstanz des Triebeler Gotteshauses gemacht. Wenn Baubilanzen da waren, hatte man kein Geld und wenn Geld da war, bekam man keine Baubilanzen.

TorInnenraum Bereits 1975 wurde die Kirche wegen Baufälligkeit gesperrt. Am 5. Juli 1988 stürzte sie ein. Durch das marode Dach eindringendes Wasser und Schwammbefall hatten die Balkenlagen zerstört. Seitdem hat so Manche und Mancher mit angepackt um zu beräumen und zu sichern. Die Triebeler gingen bisher davon aus, dass ihre Hoffnung, "unnere schöne Kirch" wieder in altem Glanz erstehen zu lassen, auf absehbare Zeit nicht erfüllt werden könne, weil die Gemeinde zu klein, zu gering das Potential an Helfern und Mitteln, zu gering auch der Bedarf in einer kleiner gewordenen Gemeinde wäre. Wie bereits oben beschrieben, ist die Kirche aber nicht abgeschrieben. Nun gibt es neue Hoffnung, dass Triebel in absehbarer Zeit seine Kirche wieder hat. Dafür braucht die Gemeinde aber jede verfügbare Unterstützung. Mit dem Glockenträger für die restaurierte Bronzeglocke bekam die Kirche wieder ein hörbares Signal. Wenn beides weiter wächst, die Gemeinschaft in unserer Gemeinde und die Schar derer, die für Triebels Kirche etwas tun wollen, dann wird vieles möglich werden. Wer Triebel unterstützen will, wendet sich an den Vorsitzenden des Fördervereins: Udo Seeger, Hauptstraße 42, 08606 Triebel Fon: (037434) 80634 - Funk: (0171) 2831160

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letzte Änderung am 02.12.2014 18:43